Sisalfasern - gut für Dartscheiben

    Eine Dartscheibe wird stark beansprucht, sie muss die zum Teil heftigen Einschläge der Dartpfeile kompensieren. Dafür eignen sich nur wenige Materialien. Dartscheiben (genauer Steeldart-Scheiben) werden fast immer aus Sisalfaser hergestellt. Es sind Naturfasern aus den Blättern der Agave. Die Fasern werden gepresst, sodass sich die Pfeile gut hineinschieben und die Löcher danach wieder schließen. Sie gehören bis heute zu den wichtigsten Naturfasern.

    Sisal ist eine junge Naturfaser, ihr Gebrauch begann erst im 19. Jahrhundert und erreichte seine Blüte im frühen 20. Jahrhundert. Der Name der Faser stammt von der mexikanischen Hafenstadt Sisal ab, von der aus die Sisalfasern ursprünglich exportiert wurden.

    Sisalfasern sind mehrzellige, gerade Fasern. Die einzelnen Bündel umfassen zwischen 100 und 200 Zellen. Die einzelnen Zellen sind relativ kurz und dick und lassen sich daher nicht spinnen. Verarbeitet werden daher Faserbündel. Deren Länge ist abhängig von der Blattlänge und den Bedingungen bei der Fasergewinnung. Die Sisalfasern bestehen aus Cellulose, Hemicellulose, Lignin und Pektin. Die Gehalte dieser Bestanteile sind typisch für eine Blattfaser, die dadurch hart und grob ist.

    Sisalfasern sind ausgesprochen zäh und zugfest. Insbesondere zeichnen sie sich jedoch im Vergleich zu anderen Fasern durch ungewöhnliche Steifigkeit und Resistenz gegenüber dem Befall von Mikroorganismen aus. Dadurch wird eine wesentlich höhere Lebensdauer von Dartsscheiben erreicht als zum Beispiel bei der Verwendung von Papier oder Kork, da sich die Löcher nach dem Herausziehen der Dartpfeile wieder schließen. Hochwertige Dartscheiben bestehen aus ostafrikanischem Sisal (z. B. aus Kenia oder Tansania), da es besonders dicht und langlebig ist.
    Mit einem Spezialharz werden die Millionen von Borsten dauerhaft miteinander verklebt. Ihre Farbgebung erhalten die Scheiben dann im traditionellen Siebdruckverfahren: Mit Schablonen werden die Farben einzeln von Hand aufgetragen. Das verhindert ein Abbröckeln der Farbe und lässt die Dartscheibe lange aussehen wie neu.

    Bei hochwertigen Dartscheiben wird ein neues System mit nahtlosen Spielflächen verwendet. Die Dartscheibe ist dabei mit drei Lagen Sisalfasern versehen. Die äußere nahtlose Schicht besteht aus hochwertigem Sisal, das der Dartscheibe maximale Dichte verleiht. Die weichere Mittelschicht sorgt dafür, dass die Dartpfeile leicht in der Scheibe landen, während die innere härtere Carbonschicht dafür sorgt, dass die Darts gut absorbiert werden, sodass sich die Sisalfasern besser und schneller erholen.

    Neben der Verwendung für Dartscheiben werden Sisalfasern zur Produktion von Tauen, Seilen, Kordeln und groben Garnen verwendet, die teilweise als Ausgangsmaterial für Auslegewaren sowie kunsthandwerkliche Erzeugnisse dienen. Neuere Einsatzgebiete sind die Verwendung als Füllstoff zum Beispiel für Matratzen oder als Geotextilie und als Poliermittel für technische Zwecke. Auch werden die Sisalfasern zur Herstellung von Strohhüten verwendet. Als Textilfaser sind sie nicht geeignet.

    Übrigens: Steeldarts heißen zwar so, aber nur die Spitze der Pfeile ist aus Stahl. Der Barrel (der „Körper“) besteht fast immer aus Wolfram (Tungsten). Stahl ist deutlich härter und weniger „nachgiebig“ als Wolfram und kann die Sisalfasern der Dartsscheibe schneller zerstören.<<

    Die Welt der Materialien

    • Einschlüsse im Bergkristall

      Einschlüsse in Quarz sind besonders häufig. Quarze ohne jegliche Einschlüsse sind eher die Ausnahme. Chlorit, ein komplexes Mg-Fe-Al-Silikat, bildet häufig grüne, flockige oder moosartige Einschlüsse, manchmal ganze Schichten. Bereits vorhandene oder gleichzeitig wachsende Minerale werden vom Quarz umschlossen. 

    • Einschlüsse im Bergkristall

      Pyrit bildet kleine messing- bis goldgelb metallisch glänzende Würfel. Bei Bergkristall sind sowohl feste Mineraleinschlüsse als auch Flüssigkeits- und Gaseinschlüsse verbreitet. Einschlüsse können eine Art Fingerabdruck einer Fundstelle sein und zeigen, unter welchen geologischen Bedingungen sich die Mineralien gebildet hatten.

    • Einschlüsse im Bergkristall

      Gut ausgebildete Bergkristalle können unterschiedliche Einschlüsse enthalten. Sehr bekannt ist Rutilquarz. Dabei enthält der Bergkristall feine bis kräftige, meist goldgelbe Nadeln aus Rutil (Titanoxid). Die Rutilkristalle können bereits vorhanden gewesen sein, oder während des Quarzwachstums entstanden sein.

    • Einschlüsse im Bergkristall

      Besonders schön sind die nadelförmigen Einschlüsse. Auch Turmalin, ein komplexes Borsilikat, kann als lange schwarze (Schörl) oder grünliche Nadeln, oft deutlich dicker als Rutil, im Bergkristall eingeschlossen werden. Interessant ist, dass ein Einschluss nicht zwangsläufig älter als der Bergkristall sein muss.

      Dies und Das

      Amethyst und Citrin - zwei Brüder

      Die violetten Amethyst-Kristalle (Abb. 1a) sind die eine Varietät des Minerals Quarz. Die Färbung von Amethystkristallen beruht auf Eisenatomen im Kristallgitter, die substituieren in Silizium. Sie werden durch radioaktive Strahlung zur Elektronenabgabe angeregt wurden. Die genaueren Ursachen der Färbung des Amethystes sind wissenschaftlich noch immer umstritten. Sie kann im Kristall sehr unregelmäßig sein. Aufgrund ihrer Farbe erfreuen sich Amethyste ungebrochen Beliebtheit als Schmuckstein.

                                                                                                                  Abb. 1 Quarzvarietäten a) Amethyst, b) Citrin

      Die gelblichen Kristalle (Abb. 1b) sind aus Amethyst entstanden und werden dann Citrin genannt. Citrin ist also auch eine Varietät des Minerals Quarz. Seine Färbung wird durch eisenhaltige Partikel oder durch radioaktive Strahlung verursacht. Dabei spielt der Austausch von Siliziumatomen durch Aluminium im Kristallgitter eine große Rolle. Voll ausgebildete Citrinkristalle stellt man oft künstlich her. Dafür werden Amethyste auf 300°C erhitzt. Sie verlieren dabei ihre violette Farbe und werden bräunlichgelb.

      Aus der Presse

      Schneller zu grünem Stahl

      Eisen mit Wasserstoff statt Kohle zu produzieren, senkt die CO2-Emissionnen der Stahlproduktion erheblich. Der Prozess verlief allerdings vergleichsweise langsam. Wenn jedoch Nickeloxide zugesetzt werden, wandelt Wasserstoff Eisenerz doppelt so schnell und bei niedrigerer Temperatur in Eisen um als bisher. Bei der Umsetzung mit Nickeloxiden entsteht eine Legierung aus Eisen und Nickel, aus der sich nickelhaltige korrosionsbeständige Stähle herstellen lassen.
      Max Planck Forschung, 3/2026