Farben von Titan

    Bunte Oberflächen sind eine der besonderen Eigenschaften des modernen Leichtmetalls. Titan kann zu verschiedenen praktischen, oder auch dekorativen, Zwecken farbanodisiert werden. Dadurch erhält es eine unverwechselbare Farbe, die neben dem schönen Aussehen es leicht macht, verschiedene Bauteile zu unterscheiden. Ein Beispiel für Anwendung anodisierter Titanteile zeigt Abb.1.

                                  Abb. 1 Farbige Titan-Teile bei Taschenmessern von Böker

    Das Anodisieren ist ein elektrochemisches Verfahren, mit dem die Oxidschicht auf passiven Metallen verändert werden kann. Meistens will man eine dickere Schicht, um dadurch einen besseren Korrosionsschutz zu erhalten. Es sind aber auch andere Oberflächeneigenschaften wie die Porosität oder die chemische Zusammensetzung beinahe beliebig einstellbar. Dabei haben Parameter wie die Stromdichte und Verwendung verschiedener Lösungen, um nur die zwei zu nennen, einen großen Einfluss auf diese Eigenschaften.

    Das Anodisieren ist in vielen Bereichen, beispielsweise in der Aluminiumindustrie, zu einem etablierten Verfahren geworden. Die immer größer werdende Nachfrage nach Titan und Titanlegierungen hat zur Folge, dass auch für diese Werkstoffe anodische Oberflächenbehandlungen entwickelt und ständig verbessert werden.

    Mithilfe des Anodisierens werden Oberflächen von Bauteilen und Instrumenten unter anderem von Implantate in der Medizintechnik, von Schrauben, Platten, und Geräteteilen veredelt. Auch im dekorativen Bereich werden Uhren, Ohrringe und Armbänder sowie in der Luft- und Raumfahrt Gehäuse- und Strukturteile zur Einstellung der thermooptischen Eigenschaften anodisiert.

    Titan überzieht sich an der Luft mit einer natürlichen Oxidschicht, die das Metall beständig gegen Korrosion schützt. Beim Anodisieren wird diese Schicht im ersten Schritt durch eine spezielle Beizvorbehandlung sorgfältig und vollständig entfernt. Anschließend wird sie nach einem Spülschritt gezielt wieder neu aufgebaut. Dazu wird der Werkstoff in einem speziellen Färbeelektrolyt in einem Gleichstromkreis anodisch geschaltet. Die Prozesse und Parameter müssen immer genau eingehalten werden.

    Dabei wird die Oxidschicht des Titans verändert. Da unser Farbempfinden auf der optischen Struktur der Oberfläche beruht, verändert man sie gezielt so, dass Teile des Farbspektrums weggefiltert werden und damit eine Farbe entsteht. Damit erhält man eine enorme Farbvielfalt in reproduzierbarer Qualität.

    Die Farbgebung beruht auf der entstandenen sehr dünnen Oxidschicht auf der Metalloberfläche. Je nach Schichtdicke entstehen durch Doppelreflexion und Interferenzen des Lichtes die verschiedenen Farben, ähnlich wie bei einem dünnen Ölfilm auf Wasser. Das Farbspektrum reicht von Braun, Blau, Gelb, Violett, Grün und weiter Farben, wie sie gewünscht werden.

    Das Anodisieren von Titan kann sowohl in saurer als auch in alkalischer Lösung und bei verschiedenen Stromspannungen durchgeführt werden. So kann die Dicke der Oxidschicht von wenigen Nanometern bis zu einigen Mikrometern eingestellt werden und eine andere Farbe erzeugt werden. Die Oxidschicht ist ganz fest mit dem Grundwerkstoff verbunden, dazu auch flexibel und duktil. Dazu verbessert sie die Korrosionsbeständigkeit und die tribologischen Eigenschaften des Bauteils.

    Die anodisierte Titanoberfläche - eine wunderbare Kombination aus praktischer Nutzung und zeitloser Schönheit. Unter unserem Link Titan können Sie mehr Informationen über das Metall finden.<<

    Die Welt der Materialien

    • Keramik aus Delft

      Anfangs brachten die Delfter Töpfer vor allem orientalisierende Dekors auf ihre Erzeugnisse auf. Später jedoch wurden diese Bilder durch genuin niederländische Szenen ersetzt. Als Delfter Blau wurde die Delfter Fayence überregional bekannt.

    • Keramik aus Delft

      Die blaue Farbe stammte zu einem großen Teil aus dem Schwarzwald, wo sie in Farbmühlen aus dem in den Bergbaugruben gewonnenen und später auch importierten Kobalterz hergestellt wurde und mit Flößen über Utrecht nach Delft transportiert wurde.

    • Keramik aus Delft

      Delfter Keramik ist eine Fayenceart mit blauem Dekor. Es entstand Ende des 16. Jahrhunderts als preiswertere Alternative zum chinesischen Porzellan. Heute gibt es nur noch eine Fabrik in Delft, die ungebrochen diese Keramik produziert.

    • Keramik aus Delft

      Bei Delfter Keramiken handelt es sich nicht um Porzellan, denn zu dessen Herstellung ist Kaolin notwendig. Die Delfter Töpfer begannen dieses zu imitieren. Zuerst als hellgelbe Töpferei, in die farbige Dekorationen eingearbeitet wurden.

      Dies und Das

      Verwandt - Talk und Speckstein

      Talk verbinden wir gewöhnlich mit einem Puder also einem feinpulverigen weißen Material, das man in einer Drogerie kaufen und auf die Haut auftragen kann. Dieses Pulver wird aus dem weit verbreiteten Mineral Talk hergestellt. Dabei macht man sich seine gute Spaltbarkeit zunutze. Talk kommt als blättrige und faserige Massen vor, die oft weiß-grün und durchscheinend sind und perlmuttartig glänzen (Abb. a) vor. Talk wird zu den Industriemineralen gezählt und findet in Schmiermitteln, bei der Behandlung von Leder sowie bei der Herstellung von Keramik und Papier Verwendung. 

      Talk ist ein magnesiumhaltiges Schichtsilikat und gehört zur Glimmergruppe. In vielen Lagerstätten treten begleitende Minerale wie z. B. Magnesit hinzu und haben so eine farbgebende und strukturprägende Wirkung. Talk hat eine geringe Härte (Mohshärte 1) und lässt sich mit dem Fingernagel ritzen. Dadurch ist es leicht zu erkennen.

      Talk kommt auch als dichte Massen vor, die dann Speckstein genannt werden. Speckstein hat seinen Namen deshalb erhalten, weil er sich fettig oder speckig anfühlt. Er lässt sich gut bearbeiten. Das abgebildete Untersetzer-Set (Abb. b) stammt aus Brasilien und ist aus Speckstein angefertigt, sowie auch die berühmte Christusstaute in Rio de Janeiro.<< 

      Aus der Presse

      Schwefelreiches Polymer

      Ein neues Polymer kann Edelmetalle zurückgewinnen, Schadstoffe abscheiden und Batterien umweltfreundlicher machen. Seine Besonderheiten sind der hohe Schwefelgehalt von circa 50 Prozent und die schwammartige Struktur. Dank dieser Eigenschaften kann das Polymer wertvolle Edelmetalle wie Gold oder Palladium aus Lösungen zurückgewinnen, giftige Halbmetalle abscheiden und sogar Batterien umweltfreundlicher machen. Besonders bei Palladium, das in der pharmazeutischen Industrie weit verbreitet, übertrifft das Material die Leistung vorhandener Metallfänger-Substanzen. Die Besonderheiten des weißen, flockigen Materials sind das Resultat einer bislang in der Polymerchemie nicht genutzten Reaktionsklasse – der sogenannten Thioorthoester-Chemie.

      Quelle: ingeneur.de, Juni/2025