Akustikschaumstoffe gehören zu den meistverwendeten Materialien zur Herstellung von Schallabsorber. Die Werkstoffe lassen sich in Form von Platten universell einsetzen und überzeugen durch ihre hohe Wirksamkeit. Solche Platten bestehen häufig aus entflammbarem Polyurethan und bergen grade in öffentlichen Räumen Risiken. Ein trauriges Beispiel dafür war der Brand in einer Bar in Crans-Montana/Schweiz am 1. Januar 2026 mit vielen Verletzten und Toten.
Was ist eigentlich Akustikschaumstoff? Akustikschaumplatten werden hauptsächlich aus offenporigen Kunststoffen hergestellt, die Schall gut absorbieren.
Das Wort "Akustikschaumstoff" ist eigentlich eine Erfindung der Industrie - denn auch ein Polsterschaum oder eine Matratze hat akustische Auswirkungen, aufgrund der Offenporigkeit des Schaumstoffes. Mit diesen Schaumstoffarten, die als Polster konzipiert sind, kann man aber akustische Problemstellungen nicht zielgerichtet lösen, d.h. man weiß nicht, wie das Ergebnis am Ende aussehen wird.
Die Akustikschaumstoffe sind speziell für den Akustikbereich konzipiert, mit verschiedenen Oberflächen, Plattenstärken, Gewichten, Porung, Farben und auch Profil-Bodenverhältnissen.
Es gibt zwei grundlegende akustische Anwendungsfälle: Man spricht hier von Schalldämpfung innerhalb eines Raumes und Schalldämmung zwischen zwei Räumen.
Häufig stellt sich die Frage, was der Unterschied zwischen Akustikschäumen und anderen Schaumstoffen wie etwa Polster-, Verpackungs- oder Filterschaum ist. Das wohl wichtigste Unterscheidungsmerkmal bei allen Schäumen ist die individuelle Porenstruktur. Diese wird bereits bei der Herstellung an den jeweiligen Verwendungszweck angepasst.
Die Porenstruktur beeinflusst bei Polster- oder Möbelschäumen z.B. Härte und Formstabilität, bei Verpackungsschäumen die Stoßabsorption, bei Filterschäumen die Durchlässigkeit und bei Akustikschäumen eben die Schallabsorption.
Die wichtigsten Materialien für Akustikplatten sind:
Polyurethan-Schaum (PUR-Schaum) wird am häufigsten verwendet. Er hat eine ehr gute Schallabsorption durch offene Poren und ist leicht, flexibel sowie kostengünstig. Die Platten haben meist Noppen-, Pyramiden- oder Keilform. Ein großer Nachteil des PUR-Schaums: Er ist leider brennbar. Es gibt aber schwer entflammbare Varianten.
Melaminharz-Schaum gehört zu den hochwertigen Akustikschäumen. Er ist sehr leicht, hitzebeständig und schwer entflammbar. Er zeichnet sich durch eine gute Absorption auch im mittleren und hohen Frequenzbereich aus. Melaminharz-Schaum ist teurer als PUR-Schaum, dafür ist er langlebiger.
Polyester-Schaum / PET-Vlies können aus recyceltem Polyester hergestellt werden. Sie sind umweltfreundlich und oft recyclingfähig. Zeichnen sich durch eine gute Schallabsorption und werden häufig als glatte Platten oder mit Stoffbezug angeboten.
Kautschuk- oder Gummischaum werden seltener vor allem zur Schalldämmung als zur Absorption genutzt. Sie haben höhere Dichte und sind daher schwerer als die anderen Kunststoffe. Sie finden Einsatz z. B. in Industrie oder Fahrzeugen.
Polyethylenschaum (PE-Schaum) ist geschlossenzellig und dadurch weniger schallabsorbierend, eher schallisolierend. Nicht ideal für Raumakustik eher häufig für Trittschall oder Entkopplung
Recycelte oder ökologische Materialien werden seltener verwendet. Dazu gehören Polyesterfasern (z. B. aus recycelten Flaschen), Holzfasern oder Schaumstoffverbunde. Sie sind umweltfreundlich, oft mit guter Absorption im Mittel-/Hochtonbereich.
Naturmaterialien wie Kork, Schafwolle, Hanf- oder Kokosfasern bilden eher Nischenprodukte und werden in nachhaltigen Akustiklösungen eingesetzt.
Die meisten Akustikschaumplatten bestehen aus Polyurethan- oder Melaminharz-Schaum, weil diese Materialien durch ihre offenporige Struktur Schallwellen effektiv „schlucken“. Die eher niedrige Decke in der Bar in Crans-Montana wurde höchstwahrscheinlich mit PUR-Akustikschaumplatten ausgekleidet.<<
Bildquelle: myschaumstoff.de
