Stahl - immer zuverlässig

 

 Aufgenommen an der alten Stauwehr in Neurod/Waldbronn

Metalle für Getränkedosen

Auf Getränkedosen können wir Bezeichnungen FE oder AL entdecken. Es sind Werkstoffe aus denen die Dosen hergestellt werden. Die Bezeichnung AL lässt sich schnell entziffern, es handelt sich um Aluminium. Aber was steckt unter FE? Doch nicht reines Eisen, eher ein Stahl. Eine Getränkedose aus Stahl? Das klingt nicht schmackhaft. Jedoch ja, eine spezielle Stahlsorte namens Weißblech ist sehr gut für diese Anwendung geeignet.

Nach Einführung des so genannten Dosenpfands Anfang 2003 erlebte die Getränkedose einen starken Karriere-Knick und verschwand aus vielen Marktregalen. Aber seit einer geraumen Zeit geht es wieder aufwärts. Vor allem rationale Gründe sprechen für die Dose aus Weißblech. Das licht- und sauerstoffundurchlässige Material schützt den Inhalt besonders zuverlässig. Dazu kommen noch wichtige ökologische Pluspunkte. Aber zuerst soll eine folgende Frage beantwortet werden: Was wird eigentlich unter Weißblech verstanden?

Weißblech ist ein dünnes Stahlband mit einer Zinnauflage. Die Zinnschicht leistet den Korrosionsschutz und wird heute in der Regel elektrolytisch aufgebracht. So gut vor der Korrosion geschützt, ist das Weißblech ein von der Verpackungsindustrie seit Langem geschätzter Werkstoff. Die Zinnschicht bewirkt nicht nur den Korrosionsschutz. Durch ihre Schmierwirkung unterstützt sie die schnellen Vorgänge bei der Dosenherstellung. Der wichtigste Verfahrensschritt bei der Herstellung von Weißblech ist das Aufbringen der Zinnschicht. Sie soll besonders gleichmäßig und von exzellenter Qualität sein. Verzinnt wird elektrolytisch, wobei Zinn als Anode geschaltet wird. Das zu beschichtete Stahlband ist die Kathode, die mit einer bestimmten Geschwindigkeit durch die Anlage läuft. Als Elektrolyt dient meist Methansulfonsäure (MSA). Danach wird ein rekrisallisierendes Glühen durchgeführt und das verzinnte Stahlband wird in Coils aufgewickelt.

Der einzige deutsche Hersteller von Weißblech ist die Rasselstein GmbH und das Werk steht in Andernach. Firma Rasselstein entwickelt laufend verfeinerte Stahlqualitäten, um die Ressourceneffizienz weiter zu verbessern und neue Anwendungen zu erschließen. Einen wichtigen Schritt in puncto Nachhaltigkeit stellt die Entwicklung des Verpackungsstahls „Nulleinhundert“ dar. Der Stahl ist nur 0,1 Millimeter dünn und er kann für mikrowellentaugliche Menüschalen eingesetzt werden oder in der Herstellung konventioneller Dosen das über 20% dickere Weißblech ersetzen. Ob als Lebensmittel-, Getränke- oder Sprühdose – die Verpackungen aus gewalztem Stahl haben Zukunft. Längst ist es nicht mehr nur die praktische Handhabung, die die Konsumenten schätzen. Zahlreiche Produktinnovationen machen deutlich wohin die Reise zum Beispiel bei den Aerosoldosen geht: Speziell geformte Stahlverpackungen etwa für Gewürzmischungen zum Aufsprühen versprechen einen ganz neuen Still „easy way of life“. Ein anderes und beeindruckendes Beispiel ist die 10 Liter Dose „TenCan“, die neulich für Einweg-Bierfass eingesetzt wird. Sie wird aus einem hoch dehnbaren Verpackungsstahl mit exzellenter Oberflächenausführung hergestellt und garantiert besten Geschmack des Biers.

Im Bereich von Verpackungen ist Aluminium durchaus ein ernst zu nehmender Gegner von Weißblech. Es ist ein Gegner aber doch kein Konkurrent, da Aluminium die beim Sterilisieren von Konserven notwendigen hohen Temperaturen nicht aushält.
Zu den technischen kommen noch wichtige ökologische Pluspunkte vom Weißblech: hohe Recyclingquote und geringer Ressourcenverbrauch. In Deutschland liegt die Recyclingquote von Weißblech bei ca. 90 % - eine Rekordzahl im Vergleich mit anderen Verpackungen. Und auch beim Materialverbrauch macht die Getränkedose eine gute Figur: Eine 33-cl-Dose wiegt heute mit rund 25 Gramm nur noch halb so viel, wie sie noch 1970 gewogen hatte.
Damit könnte man wohl sagen, dass die Getränkedose aus Weißblech, oder auch aus Aluminium, wieder ganz cool ist. <<

Quelle: Faszination Stahl, 17. Ausgabe/2010

Wunderschönes Kupfererz

Das grüne Kupfercarbonat-Mineral namens „Malachit“ ist vielleicht das erste vom Menschen genutzte Kupfererz.

     
Schon um 4000 v. Chr. entdeckte man, dass Malachit in einem heißen Feuer zu gediegenem Kupfer reduziert wurde. Dies war wahrscheinlich die erste Gewinnung eines Metalls aus einem Erz. Malachit enthält etwa 57% Kupfer. Seine Bedeutung als Kupfererz ist heute nicht besonders groß. Für den Kupferbergbau ist Malachit vor allem als Indikatormineral wichtig. Es bildet oft nur dünne Überzüge auf allen möglichen Gesteinen. Durch seine auffällige Farbe ist es immer ein Hinweis auf kupferhaltiges Gestein im Untergrund. Malachit kommt in verschiedenen Formen vor, die alle im polierten Zustand sehr schöne, oft bänderartige Muster aufweisen. Deswegen wird Malachit vor allem und gerne als Dekorations-und Edelstein verwendet.

Glänzendes Strontiumerz

Diese prächtigen und schön glänzenden Kristalle bildet das Strontiumsulfat-Mineral namens „Coelestin“.

     
Coelestin ist ein wichtiges Erz des kaum bekannten Metalls Strontium. Das Mineral kommt ziemlich oft vor und kristallisiert im orthorhombischen Kristallsystem. Coelestin entwickelt meist prismatische oder tafelige Kristalle im Zentimeter-Bereich, allerdings wurden auch Kristallgrößen von bis zu einem Meter gefunden. Die wichtigsten Lagerstätten befinden sich auf Madagaskar. Mit dem Mineral Baryt (Bariumsulfat) bildet Coelestin eine Mischreihe mit frei austauschbaren Strontium- beziehungsweise Barium-Ionen. Der Name Coelestin ist in Anspielung auf die himmelblaue Farbe vom lateinischen Wort „coelestis“ abgeleitet. Verbindungen von Strontium werden wegen ihrer stark leuchtenden Farben in Feuerwerken und Signalpatronen verwendet.