Tantal - für Kondensatoren und Trauringe

    Leistungsfähige Kondensatoren aus Tantal sind bekannt und geschätzt. Aber Trauringe aus Tantal? Das ist neu, vielleicht sogar überraschend und sicher außergewöhnlich.

    Tantal ist zwar kein Edelmetall, durch seine vorteilhaften Eigenschaften doch sehr wertvoll. Sie ermöglichen Tantal für extrem kleine Kondensatoren zu verwenden, die lange halten und wenig Strom verbrauchen. Das Metall wird immer beliebter in vielen verschiedenen Bereichen.

    Tantal hat das chemische Symbol Ta und ist duktiles, graphitgraues, glänzendes Übergangsmetall. Wie bereits erwähnt wird Tantal vorwiegend für Kondensatoren mit hoher Kapazität bei gleichzeitig geringer Größe verwendet. Da das Metall ungiftig und in Bezug auf Körperflüssigkeiten inert ist, wird es auch für Implantate, etwa für Knochennägel, eingesetzt.

    Tantal ist mit seiner sehr hohen Schmelztemperatur von 3017°C hitzebeständig, dazu ist es auch leicht zu walzen, zu schweißen und zu schmieden. Es lässt sich polieren und sich bereits in kaltem Zustand verformen, besitzt auch eine hohe Korrosionsbeständigkeit. Dadurch gehört es zu wichtigsten Veredler bei der Produktion von hochfesten und hitzebeständigen Stählen.

                                                 Abb.1 Anwendungsbespiele für Tantal a) Kondensatoren, b) Trauring

    Tantal gehört zu den seltensten Metallen unserer Erde. Es ist weitaus seltener als Gold und sogar seltener als Platin. Das Element wurde 1802 von Anders Gustav Ekeberg sowohl in einem Tantalit-Erz aus Kimito in Finnland als auch in Yttererde aus Ytterby in Schweden gefunden. Er trennte ein sehr beständiges Oxid (Tantal(V)-oxid) ab, das sich in keiner Säure löste. Diese Unfähigkeit Säure aufzunehmen veranlasste Ekeberg in Anspielung auf die mythologische Figur des Tantalos das Metall Tantal zu nennen.

    Etwas früher, im Jahr 1801, fand Charles Hatchett in einem Erz aus Massachusetts ein ihm unbekanntes Element, das er „Columbium“ nannte. Heinrich Rose untersuchte die Erze genauer. Ihm gelang es 1844 zu beweisen, dass es in den Erzen der Columbit-Tantalit-Mischkristallreihe zwei unterschiedliche Elemente gibt. Er benannte das leichtere, im Mineral Columbit vorkommende Element nach Niobe, der Tochter des Tantalos, Niob. 

    Nach der Entdeckung des neuen Elements wurde von verschiedenen Chemikern versucht, Tantal auch elementar darzustellen. Der erste, der reines, duktiles Tantal herstellen konnte, war Werner von Bolton 1903. Er erreichte dies durch Reduktion der glühenden Oxide im Vakuum sowie durch Schmelzen von unreinem Tantalmetall im Vakuum und elektrischem Flammenbogen. 

    Da in den zur Tantalgewinnung verwendeten Erzen Tantal und Niob immer zusammen vorliegen, müssen sie für eine Gewinnung der Reinmetalle getrennt werden. Dies wird durch die große Ähnlichkeit der beiden Elemente erschwert. Zu den wichtigsten Tantal-Minerale gehört Coltan, das durch Kinderarbeit im Bergbau in Kongo zu einer traurigen Berühmtheit gelangte.

    Die erste Anwendung des neuen Elementes war als Glühfaden in Glühlampen. Der Grund für den Wechsel vom vorher verwendeten Osmium zu Tantal lag darin, dass es leichter zu verarbeiten ist und eine höhere mögliche Nutztemperatur bis zu 2300 °C besitzt. 

    Die leistungsstarken Kondensatoren aus Tantal oder Tantaloxid sind in der Elektronik unentbehrlich. Ein Tantal-Elektrolytkondensator, auch Tantal-Elko genannt, hat eine der höchsten Energiedichten aller Kondensatortypen. Seine Anodenelektrode besteht aus Tantal, auf dem durch anodische Oxidation eine gleichmäßige, dielektrische Schicht aus Tantalpentoxid erzeugt wurde. Ein flüssiger oder fester Elektrolyt bildet die Kathode des Kondensators. Tantal-Elektrolytkondensatoren kennt man hauptsächlich als Kondensatoren in Tropfenform (Abb. 1a) mit radialen Anschlüssen.

    Tantalkondensatoren haben mehrere Vorteile gegenüber anderen: Sie sind klein, leistungsstark und eignen sich für hohe Frequenzbereiche. Digitale Schaltungen produzieren hochfrequentes elektrisches Rauschen, die von einer Schaltung auf die andere übertagen werden kann. Tantalkondensatoren absorbieren und dämpfen dieses Rauschen besonders gut. 

    Im Schmuckbereich fasziniert beim Tantal das Grobe, das Rohe, das Ungezähmte, was die Stärke des dunklen Materials symbolisiert, und seine gleichzeitige Eleganz. Das zusammen verleiht dem ungewöhnlichen Schmuckmaterial eine geradezu geheimnisvolle Ausstrahlung. Durch die Kombination mit verschiedenen Edelmetallen, Diamanten (Abb. 1b) oder Edelsteinen entstehen unglaublich kontrastreiche und schöne Kompositionen.<<

    Die Welt der Materialien

    • Keramik aus Delft

      Anfangs brachten die Delfter Töpfer vor allem orientalisierende Dekors auf ihre Erzeugnisse auf. Später jedoch wurden diese Bilder durch genuin niederländische Szenen ersetzt. Als Delfter Blau wurde die Delfter Fayence überregional bekannt.

    • Keramik aus Delft

      Die blaue Farbe stammte zu einem großen Teil aus dem Schwarzwald, wo sie in Farbmühlen aus dem in den Bergbaugruben gewonnenen und später auch importierten Kobalterz hergestellt wurde und mit Flößen über Utrecht nach Delft transportiert wurde.

    • Keramik aus Delft

      Delfter Keramik ist eine Fayenceart mit blauem Dekor. Es entstand Ende des 16. Jahrhunderts als preiswertere Alternative zum chinesischen Porzellan. Heute gibt es nur noch eine Fabrik in Delft, die ungebrochen diese Keramik produziert.

    • Keramik aus Delft

      Bei Delfter Keramiken handelt es sich nicht um Porzellan, denn zu dessen Herstellung ist Kaolin notwendig. Die Delfter Töpfer begannen dieses zu imitieren. Zuerst als hellgelbe Töpferei, in die farbige Dekorationen eingearbeitet wurden.

      Dies und Das

      Verwandt - Talk und Speckstein

      Talk verbinden wir gewöhnlich mit einem Puder also einem feinpulverigen weißen Material, das man in einer Drogerie kaufen und auf die Haut auftragen kann. Dieses Pulver wird aus dem weit verbreiteten Mineral Talk hergestellt. Dabei macht man sich seine gute Spaltbarkeit zunutze. Talk kommt als blättrige und faserige Massen vor, die oft weiß-grün und durchscheinend sind und perlmuttartig glänzen (Abb. a) vor. Talk wird zu den Industriemineralen gezählt und findet in Schmiermitteln, bei der Behandlung von Leder sowie bei der Herstellung von Keramik und Papier Verwendung. 

      Talk ist ein magnesiumhaltiges Schichtsilikat und gehört zur Glimmergruppe. In vielen Lagerstätten treten begleitende Minerale wie z. B. Magnesit hinzu und haben so eine farbgebende und strukturprägende Wirkung. Talk hat eine geringe Härte (Mohshärte 1) und lässt sich mit dem Fingernagel ritzen. Dadurch ist es leicht zu erkennen.

      Talk kommt auch als dichte Massen vor, die dann Speckstein genannt werden. Speckstein hat seinen Namen deshalb erhalten, weil er sich fettig oder speckig anfühlt. Er lässt sich gut bearbeiten. Das abgebildete Untersetzer-Set (Abb. b) stammt aus Brasilien und ist aus Speckstein angefertigt, sowie auch die berühmte Christusstaute in Rio de Janeiro.<< 

      Aus der Presse

      Schwefelreiches Polymer

      Ein neues Polymer kann Edelmetalle zurückgewinnen, Schadstoffe abscheiden und Batterien umweltfreundlicher machen. Seine Besonderheiten sind der hohe Schwefelgehalt von circa 50 Prozent und die schwammartige Struktur. Dank dieser Eigenschaften kann das Polymer wertvolle Edelmetalle wie Gold oder Palladium aus Lösungen zurückgewinnen, giftige Halbmetalle abscheiden und sogar Batterien umweltfreundlicher machen. Besonders bei Palladium, das in der pharmazeutischen Industrie weit verbreitet, übertrifft das Material die Leistung vorhandener Metallfänger-Substanzen. Die Besonderheiten des weißen, flockigen Materials sind das Resultat einer bislang in der Polymerchemie nicht genutzten Reaktionsklasse – der sogenannten Thioorthoester-Chemie.

      Quelle: ingeneur.de, Juni/2025




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