Kommt wieder die Steinzeit?

Der Klimawandel bewegt uns alle. Im Hinblick auf ihn ist die Energiebilanz bei Herstellung von Konstruktionen aus verschiedenen Werkstoffen sehr wichtig. Die gesamte Energiebilanz, unter Berücksichtigung aller Faktoren berechnet, sollte eigentlich bei der Werkstoffauswahl die ausschlaggebende Rolle spielen. Nach diesem Kriterium schneiden z.B. die heute so berühmten CFK nicht unbedingt am besten ab.
Sinnvoll wäre es, die energieintensiven Materialien durch ein Material zu ersetzen, das in großen Mengen verfügbar ist und langfristig mit abnehmendem Energieeinsatz und somit auch gegen Null gehenden CO2-Emissionen gewonnen werden kann. Gibt es so ein Material? Ja, und das ist Naturstein. Als Basis für diese Idee dient die Erkenntnis, dass Naturstein mithilfe von Kohlenstofffasern größere Belastungen ertragen kann und das auf flexible Art und Weise. Dieser neue Werkstoff wird als CarbonFaserStein CFS bezeichnet. Das Bild zeigt eine Türverkleidung-Studie aus CFS für einen Audi Q7 – die beiden auf Gehrung zusammengesetzten Hälften bestehen aus 2mm einseitig vorgespannten Steinplatten, die konkav gebogen sind.

Türverkleidung-Studie aus CFS für einen Audi Q7, Quelle: lightweightdesign, 03/2011

Die Dichte des Stein-Werkstoffes entspricht der von Aluminium, seine Druckfestigkeit und Biegefestigkeit sind mit denen von Stählen vergleichbar. Der Stein wird flexibel, wenn er, dem Spannbeton-Prinzip folgend, mit Hilfe der Faser während der Herstellung vorgespannt wird. Es hat sich erwiesen, dass diese Vorspannung auch mit der Kombination von anderen Fasertypen und Kunststeinen, wie Keramik und Beton, möglich ist, wobei mit Kunststeinen nicht die gleichen Ergebnisse erzielt werden wie mit Hartgestein, zum Beispiel Granit und insbesondere Alpengranit. Der Grund liegt in der unterschiedlichen Kristallstruktur, genaue Zusammenhänge sind wissenschaftlich noch nicht geklärt.
Ein weiteres Beispiel für die neue Verwendbarkeit von Granit ist ein 2,6mm dünnes „Blech“ aus CFS, bestehend aus einer Steinkernschicht und je einer Schicht Carbonfasern an den beiden Oberflächen. Die Steinschicht hat eine Dicke von 1,7mm, wobei jede beliebige andere Schichtdicke bis zu 0,6mm möglich ist. Das Volumenverhältnis von Stein zu Carbonfasern beträgt bei solchen Blechen in der Regel 2:1 bis 3:1. Auch andere Geometrien, z.B. Rundstäbe, lassen sich aus dem CFS anfertigen.
Wenn Sie noch mehr über den neuen Werkstoffen wissen wollen, lesen Sie den Artikel: „Konstruieren und Bauen mit faserstabilisierten Steingut-Platten“ in der Ausgabe 03/2011 der Zeitschrift lightweightdesign.
Und noch zu der Titel-Frage: Eine richtige Steinzeit kommt nie wieder. Wir leben im Zeitalter der Werkstoff-Vielfalt. Und es bleibt auch so. Und es ist auch gut so.

Dies und Das

Geheimnis des schwarzen Tees

Seit fast 1500 Jahren trinken wir gerne schwarzen Tee. Heute ist der Tee, abgesehen von Wasser, das weltweit meistkonsumierte Getränk. Trotz seiner enormen Bedeutung für Ernährung, Wirtschaft und Kulturgeschichte war seine chemische Zusammensetzung größtenteils noch ungeklärt. Es war eben das Geheimnis des Tees. Aber es ist nicht mehr.

Kurzweil

„ Warum soll man beim Härten von Stahl so langsam wie möglich abkühlen“ lautetet einmal eine Klausurfrage. „Aus Liebe zum C- Atom“ hat erstaunlicherweise ein Student beantwortet. Na ja, wo auch immer die Liebe hinfällt.

Bewundernswertes

Stählerne Doppelhelix

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Verzinkte Doppelhelix aus Stahl

Empfehlenswertes

Ein gutes Lehrbuch

Dieses Buch sollte jeder Ingenieur in seinem Buchregal stehen haben und die Studierenden in technischen Studiengänge sollen das Buch oft nachschlagen: „Werkstofftechnik Maschinenbau: Theoretische Grundlagen und praktische Anwendungen“.

Eine gute Adresse

Wenn Sie eine Schadensuntersuchung, ein Gutachten, eine Beratung, eine Schulung auf dem breiten und komplexen Gebiet der Korrosion benötigen, wenden Sie sich an das Institut für Korrosions- und Schadensanalyse Dr.-Ing. Sabine Schultze in Magdeburg. Es wird Ihnen geholfen!