Was hat Mangan mit Knollen zu tun?

In einem Lexikon finden wir zu dem Begriff "Knolle" u.a. folgende Information: „Fleischig verdickter, stärkereicher Spross- oder Wurzelteil; dient zur Fortpflanzung und als Nähstoffspeicher“. Und wenn Kartoffeln nicht stärkereich sondern manganreich sind, dann haben wir eben Manganknollen, die in der letzten Zeit sehr an Berühmtheit und Bedeutung gewonnen haben.
Manganknollen sind merkwürdige dunkle Klumpen, die bis zu 40% aus Mangan bestehen und auf dem Meeresgrund, in ca. 3000m … 5000m Tiefe liegen. Sie sind ein echter Schatz der Tiefsee. Neben dem Mangan, das eine große Rolle als Legierungselement für Stähle spielt, enthalten die Knollen Kupfer, Nickel, und Kobalt in viel höheren Konzentrationen, als wir sie aus Erzminen an Land kennen. Und auch diese drei Metalle sind für heutige moderne Technik unverzichtbar.
Das Innere der Manganknollen ist i.d.R. pulverig und weich, die durchschnittliche Größe beträgt ca. 5cm Durchmesser, die größten erreichen Durchmesser bis zu 20cm. Auf einem Quadratmeter Meeresboden können bis ca. 60kg liegen. Manganknollen bilden keine Kristalle aus. Stattdessen haben sie Schichten (s. Bild), den Häuten einer Zwiebel ähnlich, die einen Kern (z.B. ein Sandkorn oder einen Fischzahn) umgeben.

Querschnitt einer Manganknolle
der Manganknollen ist gering und liegt bei ca. 1mm pro 1 Mio. Jahre. Es wird jedoch angenommen, dass das Wachstum der Knollen in einigen Vorkommen erheblich schneller abläuft. Darauf würde ein Indiz hinweisen, nach dem man schon Reste von modernem Müll, wie Coladosen, in Knollen gefunden haben sollte.
Manganknollen sind potenzielle Erze, ihr weltweites Vorkommen wird auf etwa 10Mrd. Tonnen geschätzt. Man geht davon aus, dass diese gewaltigen Erzmengen den weltweiten Bedarf an Mangan, Nickel, Kobalt und Kupfer bis ins nächste Jahrhundert decken können. Die wichtigsten Lagerstätten befinden sich zwischen Hawaii und Mexico. Dort hat auch Deutschland eine Art 17. Bundesland. Die Bundesregierung hat Gebiete, mit 75000Quadartkilometern so groß wie Niedersachsen und Schleswig-Holstein zusammen, seit 2006 gepachtet, um den Manganknollen-Abbau vorzubereiten. Gepachtet wurden die Gebiete von der Internationalen Meeresbehörde (ISA) mit Sitz in Jamaika, die von der UN gegründet wurde. Sie darf Schürfrechte in internationalen Gewässern vergeben.
Die Zeit der Kartoffeln aus der Tiefsee hat begonnen.
Quellen: Zeit Wissen, Feb.-März 2011; www.mineralienatlas.de

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